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12.06.2017

Barrierefreiheit in der Schloßstraße

BGM SBR1
Gemeinsam mit dem Seniorenbeirat macht sich Reinnhard Mach stark für die barrierefreie Brücke © Stadt Ludwigslust

Liebe Leserinnen und Leser,

unsere Stadtvertretung hat sich vor vielen Jahren entschieden, neben der Bildung von Ausschüssen der Stadtvertretung zu unterschiedlichen Themen auch einen Seniorenbeirat, einen Jugendrat und einen Familienbeirat ins Leben zu rufen und diese Gremien zu Rate zu ziehen, wenn es um wichtige Themen der Stadtentwicklung geht. Zudem sollen diese Gremien eigene Projekte und Initiativen an die Entscheidungsträger der Stadt herantragen können, damit unterschiedliche Sichtweisen der Generationen in unserer Stadt zu den verschiedensten Themen zusätzlich beleuchtet werden können.

Vor Jahren bereits hat sich der Seniorenbeirat mit der Entwicklung eines Seniorenstadtplans beschäftigt, den es nunmehr bereits in der dritten Auflage gibt. Bei der Befassung mit diesem Seniorenstadtplan ist regelmäßig aufgefallen, dass die Wegeverbindung von der Schloßstraße zum Schlossplatz sowohl für Senioren als auch für behinderte Menschen und Familien mit Kinderwagen zu kompliziert ist und oftmals eine unüberwindbare Hürde bedeutet. Deswegen wurde stets im Seniorenstadtplan für mobilitätseingeschränkte Personen ein Umweg vorbei am Rittmeisterhaus über den Kanal zur Schlossfreiheit und danach zum Schlossplatz gekennzeichnet. Jedoch sind neben dem Seniorenbeirat auch der Behindertenverband Ludwigslust und die Lebenshilfe e. V. Ludwigslust regelmäßig mit der Forderung an die Stadt herangetreten, die Mobilitätshindernisse im historischen Stadtzentrum Schritt für Schritt zu beseitigen. Die UN-Behindertenrechtskonvention und das daraus entwickelte Behindertengleichstellungsgesetz des Bundes fordern gleichermaßen die diskriminierungsfreie Schaffung von Barrierefreiheit im öffentlichen Raum von den Kommunen.

Dies hat in der Vergangenheit unter anderem dazu geführt, dass Bushaltestellen im Stadtgebiet so ertüchtigt werden konnten, dass Niederflurbusse ihren Fahrgästen das barrierefreie Ein- und Aussteigen ermöglichen. Dies wurde finanziert über das LEADER-Programm der Europäischen Union im Rahmen der konzeptionellen Grundidee „Verbesserung der Barrierefreiheit im Ludwigsluster Stadtgebiet“. In der Folge haben wir gemeinsam mit dem Seniorenbeirat und den Betroffenen-Verbänden Strategien entwickelt, um die historische Innenstadt mobilitätsgerechter zu gestalten. Ergebnis dieser Überlegungen war die Idee, die Schloßstraße an verschiedenen Stellen so herzurichten, dass sie leichter zu überqueren ist. Darüber hinaus sollte eine zusätzliche Brücke in Verlängerung des Gehweges in der Schloßstraße den Zugang für mobilitätseingeschränkte Personen zum Schloßplatz erleichtern. Bevor wir auch mit dieser Idee einen Antrag an das Europäische Förderprogramm LEADER gestellt haben, mussten wir uns bzgl. der Genehmigungsfähigkeit mit den Denkmalbehörden abstimmen, die uns Hinweise gegeben haben, wie sie sich die Umsetzung unter Berücksichtigung der gesetzlichen Regelungen des Denkmalschutzes vorstellen. Dies wurde für die Antragsunterlagen berücksichtigt und der Stadtvertretung mit der Haushaltsplanung für das Jahr 2017 zur Kenntnis gegeben. Seinerzeit wünschte sich die Stadtvertretung ergänzend eine Variantenuntersuchung, um festzustellen, ob auch andere Möglichkeiten zur Überquerung des Kanals für den benannten Personenkreis zu einer diskriminierungsfreien Wegebeziehung führen können. Im Ergebnis der Untersuchung von insgesamt vier Varianten kamen wir im Zusammenwirken mit den Denkmalpflegebehörden zu zwei wichtigen Erkenntnissen:

  1. Die Schlossbrücke in ihrer jetzigen Ausgestaltung soll baulich nicht verändert werden.
  2. In der direkten Verlängerung des nördlichen Gehweges in der Schloßstraße soll eine „unscheinbar“ gestaltete Fußgängerbrücke neu errichtet werden.

Für diesen Vorschlag konnten sich die oben genannten Gremien sehr gut identifizieren. Der Seniorenbeirat sammelte in dem Zusammenhang fast 1.000 Unterschriften.  Für dieses Engagement möchte ich mich bei den Mitgliedern des Seniorenbeirates  ganz herzlich bedanken und ihnen Mut machen,  sich auch weiterhin kontinuierlich für unsere Stadt einzusetzen.

Ich hoffe, dass es mir gelingt, die Fördermittelgeber aus der LEADER-Aktionsgruppe und vom zuständigen Landesamt davon zu überzeugen, dass wir alle gemeinsam hier noch eine zweite Chance verdient haben. Ich bin immer noch optimistisch, dass es gelingen kann, eine barrierefreie Lösung zu erzielen.

Herzlichst

Ihr

Reinhard Mach