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22.04.2020

SVZ-Interview mit Bürgermeister Reinhard Mach

Schutz für Mund und Nase erwünscht

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Reinhard Mach, Bürgermeister © Günther Schulz

Schrittweise Öffnung der Behörden ab dem 27. April. Was bedeutet das für die Ludwigsluster Verwaltung?

Für uns ändert sich nicht so viel, denn sowohl das Rathaus als auch das kooperative Bürgerbüro waren ja die ganze Zeit zu den üblichen Öffnungszeiten geöffnet. Die Leute konnten im Bürgerbüro ihr Auto zulassen, Führerschein-Angelegenheiten klären, zur Meldestelle gehen und all das erledigen, was auch sonst dort angeboten wird. Unser Bürgerbüro war das einzige im Landkreis, wo das ohne vorherige Terminabsprache möglich war. Allerdings haben wir natürlich den Zugang kanalisiert, damit nicht zu viele Bürger gleichzeitig im Wartebereich sitzen. Der ist ja ohnehin zu klein, was wir demnächst ja auch ändern wollen. Und es kamen auch recht viele Menschen, weil das kooperative Bürgerbüro in Parchim ja ganz geschlossen ist.

Und im Rathaus?

Dort erreichte und erreicht man in dringenden Angelegenheiten zu den Sprechzeiten auch immer einen Sachbearbeiter. Die Sachbearbeiter holen die Bürger dann an der Tür ab. Noch besser ist es, vorher einen Termin abzusprechen. Und dort, wo es geht, sollten die Einwohner die schriftlichen und telefonischen Möglichkeiten nutzen, um Angelegenheiten zu klären. Abgesehen davon lassen wir zum Beispiel niemanden ins Rathaus, der sich wegen eines Parkknöllchens beschweren will. Da hat ja jeder die Möglichkeit, einen schriftlichen Widerspruch einzulegen. Unsere Mitarbeiterin in der Zentrale steuert das. Ihr ist aber aufgefallen, dass inzwischen zunehmend weniger Leute kommen, weil die Dinge telefonisch oder schriftlich geklärt werden. 

Welche Vorkehrungen in Sachen Infektionsschutz treffen Sie jetzt?

Wir weisen darauf hin, dass die Bürger Abstand zueinander halten und sich deshalb im Vorraum höchstens zwei Personen gleichzeitig aufhalten. Außerdem wünschen wir uns, dass die Bürger, die ins Rathaus wollen, einen Mund-Nase-Schutz tragen. Ab Donnerstag werden das auch unsere Mitarbeiter tun. Allerdings müssen wir sagen, dass wir Besucher nicht mit diesem Schutz ausstatten können. Er müsste also mitgebracht werden. Selbst genähte Masken, Schal oder Tuch sind sicher ausreichend.

Wie geht es für andere städtische Einrichtungen weiter?

Unsere Bibliothek öffnet ab Donnerstag wieder. Es werden aber immer nur fünf Besucher gleichzeitig hineingelassen. Insofern muss man sich zu Spitzenzeiten – der Freitagnachmittag gehört zum Beispiel dazu – auf Wartezeiten einrichten. In der Kinderbibliothek, also den Bereich für kleinere Kinder, darf immer nur eine Familie sein.

Die Ludwigslust-Info öffnet dagegen jetzt noch nicht. Aber es sind ja derzeit auch keine Touristen da, die beraten werden wollen. Für Anfragen zu gekauften Karten etwa sind die Mitarbeiter aber telefonisch zu erreichen. 

Wie haben Sie die Arbeit im Rathaus in der jetzigen Corona-Zeit organisiert?

Rund 60 Prozent unserer Mitarbeiter arbeiten im Rathaus, etwa 40 Prozent im Homeoffice. Und dabei wechseln sich Kollegen aus den einzelnen Bereichen zum Teil ab. Wir haben ja nun einmal keine komplett digitale Verwaltung und damit kann die Arbeit im Homeoffice zum Teil auch nicht so effektiv sein. Außerdem machen wir vielfach Telefonkonferenzen, zum Beispiel auch unter den Führungskräften im Haus, um die Führungskräfte im Homeoffice einbeziehen zu können. Bestimmte Abläufe dauern oft auch länger, weil in anderen Institutionen, Ing.-Büros etc. auch häufig von zu Hause aus gearbeitet wird. 

Wo liegen denn die Handicaps beim Homeoffice?

Es gibt Mitarbeiter, die benötigen für viele Aufgaben einfach Unterlagen, die nicht digital vorliegen. Sie müssen dafür dann im Rathaus sein. Und auch wenn wir keine Arbeiten komplett eingestellt haben, dauern manche Dinge jetzt länger. Wenn man vor einer Telefonkonferenz an verschiedene Gesprächspartner erst einmal die Unterlagen – zum Beispiel Planungsunterlagen – herausschicken muss, um dann zu telefonieren, dauert es eben länger, als wenn man einmal alle Papiere unter den Arm klemmt und zum Beispiel nach Schwerin fährt, um mit allen Beteiligten gemeinsam zu diskutieren.