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22.08.2019

LEADER Bereisung

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Tom Lehnigk (rechts) erläutert, wie er die LEADER-Mittel für sein Projekt verwendet © Stadt Ludwigslust, SW

Er ist lokaler Künstler und er hat viel vor. Tom Lehnigk, Bildhauer aus Kummer. Seit etwa 20 Jahren nutzt der den alten Lokschuppen des ehemaligen Ziegelwerkes in Kummer für die Umsetzung seiner künstlerischen Ideen.

Jetzt möchte er mehr aus dem Gelände machen, es öffnen für andere Künstler, für Kunstinteressierte und für Menschen, die sich selber einmal ausprobieren möchten. Dazu muss der alte Lokschuppen saniert und erweitert werden. Auch wenn Tom Lehnigk die baulichen Arbeiten weitgehend aus eigener Kraft bewerkstelligt, für die nötigen finanziellen Mittel jedoch suchte er Hilfe. Und die fand er in dem europäischen LEADER-Programm, dass ganz gezielt Mittel zur Entwicklung des ländlichen Raums bereitstellt.

Die lokalen Aktionsgruppe Süd-West-Mecklenburg ist das Gremium, dass über die Mittelvergabe in der Region entscheidet.  Gestern nun machten sich Mitglieder der Arbeitsgruppe auf den Weg, um sich einige der durch LAEDER-Mittel geförderten Projekte anzusehen. Auf ihrer Rundreise machten sie als erstes Station bei Tom Lehnigk.

Gerne zeigte der Künstler, was sich auf dem Grundstück seit Beginn der Bauarbeiten alles verändert hat. Der Giebel des Lokschuppens wurde saniert und wieder aufgebaut. Bei befreundeten Künstlern und Handwerkern hat Tom Lehnigk sich auf die Suche nach alten Materialien gemacht und diese verwendet. Von den Ziegeln bis zu den Schellen ist alles originalgetreu. Die größte sichtbare Veränderung erfuhr der Lokschuppen durch den Anbau eines Ateliers und einer Galerie, aber auch die Wasserversorgung auf dem Grundstück und eine Heizung wurden installiert. Ökologisch nachhaltig, darauf legt Lehnigk Wert.

Die Idee, die hinter dem Um- und Anbau steht ist einfach: Er möchte anderen Künstlern die Möglichkeit geben, hier kreativ zu werden und hier auch die eigenen Arbeiten auszustellen. Tom Lehnigk arbeitet vorrangig mit Raseneisenstein und mit Eisen. Schmieden ist seine Passion, eine offene Werkstatt sein Ziel. So gibt er hier Schmiedeseminare für interessierte Nicht-Künstler und stellt die Schmiede anderen Künstlern zur Verfügung. Im hinteren Teil des Gebäudes sind noch eine Gemeinschaftsküche und ein Bürogebäude im Entstehen.

Die ebenfalls neu angebaute Galerie bietet Künstlern die Möglichkeit, ihre Werke einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Zu Pfingsten dieses Jahres gestalteten Tom Lehnigk und befreundete Künstlern dort erstmalig eine gemeinsame Ausstellung mit bildhauerischen Objekten und Objekten aus der Malerei. Ein wenig Stolz klingt in der Stimme mit: „Das Konzept hat sich bewährt“, so Tom Lehnigk.

Bis zur endgültigen Fertigstellung liegt noch viel Arbeit vor dem Künstler. Die Möglichkeiten aber, die es jetzt schon dort gibt, sind eine wahre Bereicherung für das künstlerische Leben und Entdecken in unserer Region.

Tom Lehnigk führt gerne Interessierte durch sein künstlerisches „Zuhause“ und freut sich über jeden Besucher. Auf dem japanisch und Feng-shui-orientieren Außengelände überraschen viele seiner Arbeiten den Besucher. Die waren Schätze aber stehen derzeit in der Schmiede: Mecklenburger Stiere aus Raseneisenstein mit goldenen Hörnern, ein Sinnbild für Mecklenburg und DAS Markenzeichen des Künstlers. Sylvia Wegener, Büro des Bürgermeisters, 22.08.2019