Zurück zur Listenansicht

18.05.2021

Ludwigsluster Streuobstwiesen

„Legaler Mundraub“ erwünscht

Streuobstwiese Fielmann (2)
Betriebshofmitarbeiter Tobias Hensler und Thomas Schmidt beim Pflanzen der Obstbäume © Stadt Ludwigslust, SW

Streuobstwiesen sind eine wahre Bereicherung für die Natur: Obstblüten, Nektar und Blütenpollen, Blätter und die reifen Früchte bieten zahlreichen Bienen, Insekten oder Schmetterlingen eine gute Lebensgrundlage.

Streuobstwiesen sind eine traditionelle Form des Obstbaus. Auf ihnen stehen meist verschiedene robuste hochstämmige Obstbäume mit geringen Ansprüchen an Pflege und Standort. Entsprechend des Ludwigsluster Grünflächenkonzeptes kommt der Pflege der Streuobstwiesen eine besondere Bedeutung zu. Gegenwärtig betreibt die Stadt Ludwigslust Streuobstwiesen auf der Grünfläche zwischen dem Natureum und der Friedrich-Naumann-Allee, am Ahrensburger Ring, am Timphorstweg und am Ludwigsluster Kanal.

Rechtlich betrachtet, gehören die späteren Erträge dem Eigentümer der Fläche. Für die Flächen der Stadt Ludwigslust jedoch gilt: das Obst, das die Bäume tragen werden, ist zum „legalen Mundraub“ freigegeben. Jedermann kann Obst von den städtischen Streuobswiesen für den privaten Verbrauch ernten und mit den Früchten Apfelmus kochen, Birnenkompott herstellen oder Pflaumenkuchen backen. 

Bienenvölker als fleißige Helfer

Jeweils zwei Bienenvölker hat der Neu Lüblower Imker Dietrich Ohnesorge auf den städtischen Streuobstwiesen am Natureum und am Ahrensburger Ring platziert. Vor einiger Zeit stellte er der Stadt seine Idee vor, Bienenvölker dort zu platzieren. Die Idee fand Anklang und so stehen seine vier Bienenvölker seit Mitte April sozusagen im „Dienst der Stadt“. In diesen Tagen finden die Bienen hier ein reichhaltiges Angebot: Nektar von Apfel-, Birnen- und Pflaumenbäumen gilt es emsig einzusammeln. Die Vermarktung des Honigs von diesen Flächen erfolgt ab Beginn der Erntezeit im Juni dann u.a. auch in der Ludwigslust-Information. Dort können Sie dann echten Ludwigsluster Honig erwerben. 

Fielmann unterstützt die Stadt mit einer grünen Spende

Hilfe und Unterstützung bei der Anlage von Streuobstwiesen erhält die Stadt Ludwigslust von Fielmann. Die Firma engagiert sich bereits seit Jahrzehnten im Umwelt- und Naturschutz. Das Unternehmen pflanzt für jeden Mitarbeiter jedes Jahr einen Baum, bis heute sind das mehr als 1,6 Millionen Bäume und Sträucher. Mandy Ewert: „Der Baum ist Symbol des Lebens, Naturschutz eine Investition in die Zukunft.“

Natur- und Umweltschutz findet für Fielmann aber auch ganz konkret vor Ort statt. Bereits 2002 wurde am Ludwigsluster Kanal das Projekt „Streuobstwiese“ mit sechs Bäumen gestartet, 2012 folgten 15 Obstbäume, nun sind weitere 15 Obstbäume auf der Fläche am Kanal hinzugekommen.

Mandy Ewert, Leiterin der Fielmann-Niederlassung in Parchim, freut sich, erneut einen Beitrag für mehr Grün und Vielfalt in Ludwigslust zu leisten. Sie sagt: „Wir pflanzen Bäume nicht für uns, wir pflanzen Bäume für nachkommende Generationen. Die Erhaltung der Sortenvielfalt ist ein wichtiger Beitrag zum Natur- und Umweltschutz in der Region.“

Bereits Mitte April haben Mitarbeiter des Betriebshofes die Pflanzgruben ausgehoben, den Boden mit Kompost vermischt und die Bäume gepflanzt. Nun stehen 15 weitere Obstbäume am Ahrensburger Ring Ludwigsluster Kanal, unter ihnen Apfelbäume, Pflaumen- und auch Wallnussbäume.

Bis zum Herbst werden die Flächen von einer Herde Heidschnucken kurzgehalten. Ökölogischer Obstbau bedeutet auch, auf den Einsatz von Motorsensen zu verzichten, die Heidschnucken werden bis dahin diese Arbeit übernehmen und dann weiterziehen.

Rotary Club Ludwigslust pflanzt Streuobstwiese

Mitglieder des Rotary Clubs Ludwigslust sowie Familienangehörige und Freunde haben im April 2021 die Ärmel aufgekrempelt und zu Sparten und Schaufel gegriffen, um auf einer Fläche der Stadt Ludwigslust eine Streuobstwiese anzupflanzen. Der Rotary Club möchte mit dieser Aktion einen nachhaltigen Beitrag zum Klimaschutz, zur Verbesserung der Biodiversität an diesem Standort und zur Erhaltung alter Obstsorten leisten.

Auf einer Fläche von ca. 3000 m² hinter dem Kindergarten „Naturtalent“ am Techentiner Weg haben 25 fleißige Helfer und Helferinnen, Kinder und Enkel 30 Obstbäume gepflanzt, an Pfählen befestigt und gegen Wildverbiss geschützt. Auf der großen Fläche wurde mit dem notwendigen coronabedingten Abstand in Familienteams gearbeitet. Von zahlreichen Helferinnen und Helfern war immer wieder zu hören, dass dies eine sehr schöne Aktion war.

Unterstützt wurde das Projekt mit Spenden vom Rotary Barcamp 1940, der Genner Solar Gruppe aus Ludwigslust, dem Toom Baumarkt und der Stadt Ludwigslust. Mit dieser Aktion hat der Rotary Club Ludwigslust die Grundlage für eine weitere Streuobstwiese gelegt. Es wurden alte und robuste Obstsorten gepflanzt, davon zwölf verschiedene Apfelsorten und vier Birnensorten mit so klingenden Namen wie Dülmener Herbstrosenapfel, Schafnase, Prinzenapfel, grüne Jagdbirne oder die Birne Bergamotte. Jetzt müssen die Bäume wachsen, damit wir hoffentlich in einigen Jahren Äpfel und Birnen dort ernten können. Am Weg vor dieser Streuobstwiese wird eine Hinweistafel aufgestellt, auf der die verschiedenen Obstsorten und die jeweiligen Standorte dargestellt werden, damit man später auch weiß, welchen Apfel man sich gerade gepflückt hat.

Diese Streuobstwiese wird nicht nur den Kindern des benachbarten Kindergartens Gelegenheit zum Beobachten und Obsternten geben, sie ist auch für alle Ludwigsluster frei zugänglich.

Für dieses Projekt sind Sachkosten in Höhe von ca. 2.500 € entstanden. Mit etwa 70 Arbeitsstunden haben die Rotarier die Grundlage für hoffentlich gute Obsternten geschaffen. Herzlicher Dank an alle Unterstützer und Sponsoren.