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Klimaschutz in unserer Kommune –
gemeinsam voran bis 2026


Klimaschutz geht uns alle etwas an. Deutschland strebt bis 2045 Klimaneutralität an, und Kommunen leisten dazu einen wichtigen Beitrag. Die Nationale Klimaschutzinitiative (NKI) unterstützt Projekte, die Emissionen senken, Lebensqualität vor Ort erhöhen und Energiekosten senken.

Was ist die NKI?

Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und fördert die Bundesregierung seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten. Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum Klimaschutzaktivitäten ab: Von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und investiven Fördermaßnahmen. Diese Vielfalt ist Garant für gute Ideen. Die Nationale Klimaschutzinitiative trägt zur einer Verankerung des Klimaschutzes vor Ort bei. Von ihr profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie Unternehmen, Kommunen Bildungseinrichtungen.

    Ziel: nachhaltige Reduktion von Treibhausgasemissionen in Kommunen, Unternehmen, Bildungseinrichtungen, Vereinen und weiteren Akteuren.

Was wird gefördert?

  • Klimaschutz in kommunalen Einrichtungen
  • Energieeffizienz in der Wirtschaft
  • klimafreundliche Mobilität
  • Innovative, übertragbare Lösungen zur Emissionsreduzierung
  • Weitere Programme über die Kommunalrichtlinie (KRL)

Was bedeutet das für unsere Stadt Ludwigslust?

  • Höhere Lebensqualität durch umweltfreundliche Maßnahmen
  • Sinkende Energiekosten und finanzielle Entlastung für Bürgerinnen und Bürger
  • Stärkung regionaler Wertschöpfung durch klimafreundliche Investitionen
  • Stetige Weiterentwicklung einer nachhaltigen Stadtentwicklung

Förderhinweis

  • Fördernummer: 67K28936
  • Zeitraum der Förderung: 01.08.2024 bis 31.10.2026
  • Trägerschaft: Projektförderung im Rahmen der NKI durch die ZUG (Zentrale Umwelt- und Klimaschutzförderung) seit Januar 2022

Wie können Bürgerinnen und Bürger sich beteiligen?

  • Informieren und mitmachen: Engagement in kommunalen Projekten, Vereinen, Bildungseinrichtungen und Religionsgemeinschaften ist willkommen.
  • Kommunale Projekte beobachten, Feedback geben und bei lokalen Maßnahmen mitmachen.
  • Ansprechpartnerinnen und -partner in der Stadtverwaltung nutzen, um mehr über konkrete Förderprojekte in unserer Gemeinde zu erfahren.

Kontakt und weitere Informationen

  • Offizielle Informationen zu Fördermöglichkeiten: www.klimaschutz.de
  • Ansprechpartner in der Stadtverwaltung: Klimaschutzmanager Rüdiger Falk

Hinweis Klimaschutz ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Ihre Ideen, Ihr Engagement und Ihre Mitwirkung sind entscheidend, um die nationalen Klimaziele zu erreichen – lokal vor Ort.

Ergebnisse der Bürgerbefragung zum Integrierten Klimaschutzkonzept

Im Sommer 2025 hatten die Bürgerinnen und Bürger von Ludwigslust die Möglichkeit, sich aktiv an der Erstellung des Integrierten Klimaschutzkonzepts (IKK) zu beteiligen. Vom 20. Juni bis 31. Juli 2025 nahmen 286 Personen an der Online-Umfrage teil und gaben wertvolle Einblicke in ihre Sichtweisen, Bedürfnisse und Ideen zum Klimaschutz in unserer Stadt.

Die Ergebnisse zeigen ein klares Bild: Klimaschutz hat für die Ludwigsluster einen hohen Stellenwert. Besonders im Fokus stehen dabei die Themen Mobilität und Radwegeausbau, energetische Gebäudesanierung mit entsprechenden Fördermöglichkeiten sowie mehr Grünflächen und Begrünung im Stadtgebiet.

Konkret wünschen sich die Teilnehmenden vor allem:

  • Bessere und durchgängige Radwege sowie mehr Tempo-30-Zonen, insbesondere in der Kanalstraße und Schlossstraße
  • Finanzielle Unterstützung bei energetischen Gebäudesanierungen durch Förderprogramme
  • Mehr Stadtgrün: Baumpflanzungen, Fassadenbegrünung, Entsiegelung von Flächen und naturnahe Gestaltung
  • Ausbau erneuerbarer Energien: Photovoltaik auf öffentlichen Gebäuden und bessere Genehmigungen auch für denkmalgeschützte Bereiche
  • Verbesserter ÖPNV: häufigere Taktung, bessere Anbindung der Ortsteile und günstigere Tickets
  • Trinkwasserspender und schattige Verweilorte als Hitzeschutzmaßnahmen

Die zahlreichen Anregungen und über 370 konkrete Verbesserungsvorschläge auf der interaktiven Karte fließen nun direkt in das Klimaschutzkonzept ein.

Wir danken allen Teilnehmenden herzlich für ihr Engagement und ihre konstruktiven Beiträge!

In der folgenden Präsentation können Sie die detaillierten Ergebnisse der Umfrage einsehen.

Klimaschutzmaßnahmen

Bereits umgesetzte Maßnahmen

Umsetzung des Grünflächenkonzepts 

  • Die Wechselbepflanzungen an verschiedenen innerstädtischen Standorten wird durch Staudenbeete mit Frühblühern abgelöst. Orte: Meilenstein, Platz des Friedens (Herbst 2019)
  • Lichtmastenbegrünung Lindenstraße/ Breite Straße (Frühjahr 2020)
  • Nachpflanzung der Baumscheiben Am Umspannwerk mit Stauden und Gehölzen (Herbst 2020)
  • Bepflanzung der Baumscheiben in der Käthe-Kollwitz-Straße mit streusalzresistenten Stauden und Frühblühern (Herbst 2020)
  • Im Stadtgebiet wurden Wildblumenwiesen angelegt bzw. gepflegt, z. B. in der Findorffstraße (2017/2018), auf den Brachflächen am Rodelberg in Techentin, Wöbbeliner Straße am alten BAMA - Gelände, auf der Fläche vor den Stadtwerken in der Bauernallee (2019/2020) und Am Alten Forsthof. Sie dienen als ökologische Nische für Bienen, Insekten und Vögel.
  • Pflege und Schnitt der Streuobstwiesen, z. B. auf der Grünfläche zwischen dem Natureum und der Friedrich-Naumann-Allee, Parkplatz Friedrich-Naumann-Allee, Ahrensburger Ring, Timphorstweg, Am Ludwigsluster Kanal
  • Schutz und gegebenenfalls Pflege der Biotope, z. B. die alte Kiesgrube im Osten am Rande der Stadt und nordwestlich von Weselsdorf
  • Die Heidefläche am östlichen Stadtrand wird seit Herbst 2020 durch Ziegen beweidet, dadurch entfällt die Bewirtschaftung der Fläche mit Motorsensen.

Bauliche Maßnahmen

  • Energetische Ertüchtigung der GS Kummer (ab 2019): Mittelfristig wird jährlich ein Unterrichtsraum energetisch ertüchtigt. Der Schwerpunkt liegt in der Reduzierung der Wärmetransmission durch Fußboden und Decke. Im Jahr 2019 wurde ein Raum bereits entsprechend umgebaut, weitere Mittel sind im Haushalt eingestellt.
  • Anbau Kita Kummer (2019) und Neubau des Platzhauses in der Helene-von-Bülow-Straße (2020): Nutzung von Bauweisen und Baustoffen aus nachhaltiger Erzeugung, die rückstandsfrei entsorgt werden können. Dadurch erfolgt eine Reduzierung der CO2-Emissionen.
  • Erweiterungsbau Grundschule Techentin (2020-2022): Bau in Passivhausbauweise und als kompletter Holzbau. Der Energieverbrauch sinkt um 50% gegenüber einer „Standard-Schule“ und der Ausstoß von CO2-Emissionen um mehr als 50%.

Förderung der E-Mobilität

  • Durch die Stadtwerke wurde eine E-Ladesäule auf dem Besucherparkplatz des Rathauses und eine weitere Ladesäule im Wasserturmweg installiert. (11/2020)
  • Weitere Säulen im Stadtgebiet sind von den Stadtwerken bereits geplant, z. B. an der Alexandrinenresidenz, 2 Säulen bei der Sparkasse, auf dem Parkplatz Storchennest und am Bahnhof.
  • Im Jahr 2018 wurde erstmals ein Elektroauto als Dienstwagen der Stadt angeschafft. Das Fahrzeug wird aufgrund der Reichweite besonders auf Kurzstrecken eingesetzt.

Arbeitsgruppe Verkehrsberuhigung  

  • Die Arbeitsgruppe Verkehrsberuhigung wurde am 12.03.2020 ins Leben gerufen. Zielstellung: Sicherheit und Unversehrtheit im Verkehr für alle, Mobilitätschancen für alle schaffen, Stärkung der umweltfreundlichen Verkehrsmittel, Grundlagen für weitere Arbeit zusammentragen.

Bildungsarbeit

  • Jedes Jahr im Frühjahr findet landesweit die Waldolympiade statt. Im Zusammenarbeit mit dem Ministerium beteiligt sich die Stadt Ludwigslust mit den 4. Klassen an diesem Projekt. Die Schüler setzen sich dabei mit der Natur und dem Klimaschutz auseinander.
  • Der Naturlehrpfad im Schlosspark wurde wiederhergestellt. Der frühere Rundkurs wurde an einen ca. 1 km langen Hauptweg verlegt, der vom Pferdedenkmal bis hin zum Jagdstern führt. (2018-2019)

Kindergärten

  • In den Kindertagesstätten der Stadt wird spielerisch auf das Thema Klimaschutz aufmerksam gemacht, so dass sich bereits die Kleinsten mit diesem Thema beschäftigen und ein Umweltbewusstsein entwickeln.
  • Kennzeichnung der Mülleimer zur Mülltrennung, Verzicht von Plastikbeuteln bei Papierabfalleimern
  • Anschaffung von nachhaltigem Spielzeug, insbesondere aus Holz
  • Bei Geschenkverpackungen wird auf Plastikfolie und Ähnliches verzichtet und andere Verpackungsmaterialien wiederverwendet.
  • Vermeidung von unnötigem Entsorgen von Essensresten

Wald- und Biotopflächen

  • Ausgleichspflanzungen für Flächenversiegelungen, z. B. 6 Feldahorn als Ausgleich für den neuen Parkplatz Rennbahnweg. Die Pflanzungen wurden direkt neben dem Parkplatz ausgeführt. (Nov. 2020)
  • Artenschutz bei Baumfällungen: Wenn Baumfällungen im Stadtgebiet nötig sind oder Tiere in ihrem Lebensraum durch Baumaßnahmen gestört werden, werden u.a. Nisthilfen und Fledermauskästen angebracht um einen neuen Lebensraum zu schaffen. Im Herbst 2019 wurden Nistkästen im Bereich der Bauernallee angebracht. Diese wurden von Kindern mit ihren Eltern gebaut und anschließend durch den Betriebshof an den Bäumen befestigt.
  • Außerdem wird ein Ausgleich für die gefällten Bäume durch bis zu 3 neugepflanzten Bäumen geschaffen.
  • Regelmäßige Kontrolle und Pflege der vorhandenen Straßenbäume.
  • Neupflanzung von Bäumen im Stadtgebiet:
  • Zeitversetzte Pflanzung von 10 Obstbäumen und 20 Laubbäumen im Park hinter dem Lindencenter. 30 Bäume zum 30. Jahrestag der Deutschen Einheit. 10/2020 und 01/2021
    • Bepflanzung der Straßeninsel in der Otto-Kaysel-Straße mit 6 schmalkronigen Mehlbeeren, welche sich besonders in Trockenphasen gut an das Klima anpassen (11/2020)
    • Standortaufbereitung Rennbahnweg, Pflanzung von 12 Stieleichen (2020)
    • Wiederholungspflanzung von 2 Mehlbeeren in der Wöbbeliner Straße (2020)
    • Umpflanzung einer auf einem Privatgrundstück zu groß gewordenen Linde zum Alten Forsthof (Herbst 2020)
  • Zukünftig sollen mehr Bäume gepflanzt werden, die aus dem südeuropäischen Raum stammen, aber auch heimische Arten, die sich besonders gut an die neuen klimatischen Bedingungen anpassen (z. B. Kiefer, Lärche). Die Wälder sollen künftig mehr Arten als nur Kiefern bieten, um durch die Artenvielfalt einen stabileren Bestand zu erzielen.
  • Landschafts- und Biotop-Pflege, besonders im Schlosspark, in den Feuchtbiotopen Kieskuhle und Jassnitzer Weg, sowie der Heidefläche.
  • Der Fokus wird auf naturnahe Waldarbeit und regelmäßige Aufforstung der Waldflächen gelegt. Dazu werden Fördermittel des Landes in Anspruch genommen.